Am 26.06.2022 wurde der XM in Donaueschingen abgeholt. Der Zustand entspricht im Wesentlichen den Angaben des Verkäufers. Nur als wir den XM zu Hause auf die Hebebühne genommen haben, ist am hinteren linken Federzylinder das LHM ausgesuppt. Dass der XM das Niveau halten konnte, wurde ein Holzklotz auf den Längslenker geklemmt. Beschrieben war ursprünglich eine leichte Undichtigkeit in Höchststellung. 

Zunächst sollte der XM wieder fahrfertig gemacht werden. Dazu war es notwendig, den Federzylinder hinten links zu ersetzen. Als der neue, gebrauchte Federzylinder da war, ging es an den Einbau. Als erstes wurde die Federkugel ausgebaut, was auch problemlos gelang.  Nachdem die Hydraulikleitung, Entlüftung und Rücklaufleitung abgebaut waren, musste nur noch der Haltesplint an der Kolbenstange gezogen werden, und die Haltefeder am Zylinder entfernt werden. So der Plan!

Allerdings machte der Splint keinerlei Anstalten, seinen angestammten Platz zu verlassen. Dann beschlossen wir, der Federzylinder kleiner zu machen und ihn ggf. dabei zu zerstören, der neu war ja schon da. Als wir dann die Gummimanschette aufgeschnitten haben, mussten wir Feststellen, dass die Kolbenstange abgerissen war. Wir haben dann den Federzylinder ausgebaut und uns dann um den verbliebenen Rest sehr intensiv gekümmert. 

Wir haben dann den Splint doch noch herausbekommen, leider war er nicht mehr brauchbar. Einen Neuen konnte ich bislang noch nicht auftreiben, aktuell ist ein handelsüblicher Federsplint drinnen. Der Einbau des Federzylinders und der Federkugel ging völlig problemlos von der Hand. Nach Befüllen des Reservebehälters hat die Hydraulik sofort wieder funktioniert.

Es gab noch einen kurzen Schockmoment nach der ersten Probefahrt. Innerhalb des linken Hinterrades stand plötzlich eine Pfütze. Genau an der Stelle, an der vor der Reparatur das LHM ausgelaufen ist. Der Wagen wurde sofort angehoben und nach der Leckage gesucht. Aber am Fahrzeug war nichts zu finden. Tatsächlich handelte es sich um Wasser, das der Rahmen wohl während der Probefahrt "aufgesammelt" hat. Entwarnung!

Der nächste Schritt ist die Reparatur der vorderen Wagenheberaufnahmen. Begonnen wurde mit der linken Seite. Zunächst wurde der Kotflügel von den verrosteten Stellen befreit, um Platz zu schaffen. Danach wurde begonnen, das verrostete Blech Stück für Stück herauszuschneiden. Am vorderen Schwellerende ist 5-6 Bleche übereinander verschweißt. Ich habe mit dem innersten Blech angefangen und das Schwellerende mit der Wagenheberaufnahme wieder von innen nach außen aufzubauen. Die Bleche wurden vor dem Schweißen mit Inox-Spray behandelt, zum Rostschutz zwischen den verschweißten Blechen. Die Verschweißungen am Unterboden wurden mit spritzbarer Karosseriedichtmasse versiegelt. Anschließend wurde der gesamte Reparaturbereich wieder mit spritzbarer Karosseriedichtmasse behandelt. 

Wird die spritzbare Nahtabdichtung mit einer entsprechenden Pistole im Abstand von ca. 4 cm gespritzt, erhält man eine ca. 3cm breite gespritzte Nahtabdichtung, wie man sie bspw. in neueren Fahrzeugen im Kofferraum finden kann. Wird die Masse im Abstand von ca. 20cm gespritzt erhält man eine flächige, dauerelastische Abdeckung.

Zum Schluss wurde der Kotflügel mit einem Stück vom Schwellerreparaturblech wieder verlängert und befestigt.

Dann wurde mit der zweiten, also der rechten Seite begonnen. Und die war deutlich schlimmer verrostet, als die linke Seite. Der Rost wir durch, bis zum Innenraum. Und das an mehreren Stellen.  Um einigermaßen hinzukommen, wurde der Beifahrersitz ausgebaut.

Ich wollte vom guten Blech so viel wie möglich erhalten, aber dadurch kam man kaum die darunter liegenden Blechlagen hin.

Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke, heißt ein schwäbisches Sprichwort. Mit Geduld hab ich das verrostete Blech herausoperiert. Gleichzeitig habe ich passende Reparaturbleche angefertigt, um alles wieder originalgetreu und stabil aufzubauen. Im nächsten Schritt beginnen jetzt die Schweißarbeiten...

Nachdem sämtliche Reparaturbleche angefertigt wurden, beginnt jetzt der Neuaufbau der gesamten Wagenheberaufnahme. Sie besteht aus mehreren Blechen übereinander. Zunächst wurde das Bodenblech eingeschweißt. Das Reparaturblech wurde im Schwellerbereich gekantet zum Ansetzten der 2mm-dicken Wagenheberaufnahme. Diese wurde dann am Bodenblech fixiert. Die nächste "Schicht" war ein ca. 1mm-starkes Stützblech für die Wagenheberaufnahme, das von außen an das Wagenheberblech angeschweißt wurde. Oben wurde es am alten Blech angesetzt. Als nächstes wurde das Stützblech im Schwellerinnneren rekonstruiert, und darauf dann das untere Ende der A-Säule aufgesetzt. Zum Schluss wurde noch das äußere Schwellerabdeckblech am vorderen Schwellerende eingeschweißt. Damit war der Neuaufbau der Wagenheberaufnahme und des Schwellers schweißtechnisch abgeschlossen.  Leider war auch dann das Gas des Schweißgeräts leer.

Jetzt muss noch das Radhaus vorne rechts und der Querträger im Spritzbereich des rechten Vorderrades wieder hergestellt werden. Die Arbeiten beginnen, sobald wieder Schutzgas da ist.

 

Es ist wieder Schutzgas da, dank Wolfi. Dann ging es mit den Schweißarbeiten weiter. Aber mit jedem Stück verrosteten Blechs, das rausgeschnitten wurde, wurde das Loch größer. Zunächst wurde ein Reparaturblech als Ersatz für den Querträger hinter dem rechten Vorderrad angefertigt und eingeschweißt. Das Reparaturblech reichte bis zur Trennstelle im Radhaus. Danach wurde das Radhausblech im Spritzbereich so weit herausgetrennt, dass nur noch gesundes Blech vorhanden war. Wiederum wurde ein Reparaturblech zum Einschweißen angefertigt und eingesetzt. Zum Schluss wurde noch das weggerostete Teil des rechten Kotflügels durch ein Stück des Schwellerreparaturbleches ersetzt. Die Passform des Schwellerblechs ist nicht optimal, aber ausreichend gut.  Damit sind die Schweißarbeiten abgeschlossen, jetzt muss die Reparaturstelle noch versiegelt werden und irgendwie mit Rostschutz im Inneren behandelt werden. Ich denke, ich muss im Fußraum ein Loch in den Boden bohren um in den Schweller und Querträger mit einer Sonde gelangen.